Glendalough

Gleann Dá LochWicklow Mountains -County Wicklow

In einem tief eingeschnittenen Tal in den Wicklow Mountains liegt Irlands bekannteste Klosterstadt Glendalough. Der heilige Kevin hat diese im 6. Jahrhundert am oberen der beiden Seen des Tals gegründet. Hinweise auf die ursprüngliche Mönchssiedlung sind frei im Feld stehende Steinkreuze und das Fundament eines Ringforts. Nachdem die Klosteranlage rasch expandierte, zog sich der Heilige auf eine Anhöhe über dem Upper Lake zurück und führte hier das Leben eines Eremiten. Von St. Kevins’s Cell, so der Name der Stelle, an der sich Kevin niederließ, hat man einen phantastischen Blick auf den See. Etwas unterhalb, direkt am Ufer gelegen und nur noch vom See her zugänglich, liegt Teampall na Skellig, eine Kirche aus dem 7. Jahrhundert und die Felsenhöhle St. Kevin’s Bed.

Vom Ufer des Upper Lake benötigt man über die sogenannte Green Road rund 20 Minuten zu Fuß zur eigentlichen Klosterstadt östlich des Lower Lakes. Zunächst passiert man die Reefert Church, deren irischer Name Righ Fearta “Grabstätte der Könige“ bedeutet. Mit ihrer Lage abseits des Weges und umgeben von Bäumen hat diese Kirchenruine samt der umliegenden Grabsteine einen ganz besonderen Charme. Die Green Road, ein alter Pilgerpfad, führt weiter durch Wälder, die hier und da einen Blick auf den Lower Lake und das traumhaft schöne Tal freigeben. Und dann ragt plötzlich der markante Rundturm inmitten des Waldes empor – wenn man so will, das Wahrzeichen von Glendalough.

Über eine kleine Brücke betritt man die Klosterstadt und geht geradewegs auf St. Kevin’s Church zu. Der gedrungene Kirchturm wurde oftmals fälschlicherweise als Kamin interpretiert, was dem Kirchlein den Spitznamen St. Kevin’s Kitchen einbrachte. Geht man aus der Senke zur Linken einige Stufen empor, so gelangt man zum Priest’s House. Es wird vermutet, dass in diesem kleinen Gebäude die Reliquien des Heiligen Kevin aufbewahrt wurden. Das größte Kirchengebäude auf dem Gelände ist die St. Peter and St. Paul Kathedrale, mit deren Bau im 10. Jahrhundert begonnen wurde. Unweit davon liegt das mittelalterliche Eingangsportal. Es soll ursprünglich zwei Stockwerke gehabt haben und war von einem Dach überspannt. Heutzutage sind nur noch die Granitbögen erhalten. Die meisten Besucher von Glendalough betreten die Klosterstadt durch dieses Portal, zu dem man auf direktem Weg vom Visitor Center gelangt.
Im nördlichen Teil der Anlage thront der knapp 30 Meter hohe Rundturm. Er ist noch im Originalzustand, lediglich das Dach musste 1876 mit noch vorhandenen Originalsteinen nachgebessert werden. Der Rundturm diente den Glaubensbrüdern als Zufluchtsort, wenn die Siedlung angegriffen wurde.
Und das kam recht häufig vor! Während seiner Blütezeit soll die Klosterstadt zwanzig mal angegriffen worden sein, sowohl von Wikingern, Normannen als auch irischen Truppen. Apropos Blütezeit. Als Glendalough neben Clonmacnoise wichtigstes Zentrum des Glaubens in Irland war, lebten mehrere tausend Glaubensbrüder in diesem Tal in den Wicklow Mountains. Erst als Glendalough 1214 dem Erzbistum Dublin unterstellt wurde, verlor es allmählich seine Bedeutung. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1398 ging das Kloster zugrunde.

Church