Lough Hyne

Loch OighinnCounty Cork

Lough Hyne, teils auch Lough Ine geschrieben, ist ein echtes Unikum. Der Salzwassersee ist über einen schmalen Gezeitenkanal mit dem Meer verbunden. Zweimal täglich spült hier die Flut frisches Meerwasser in den See und schafft dadurch einen einzigartigen Lebensraum mit einer großen Vielfalt an marinen Pflanzen und Tieren. Dieser Umstand führte dazu, dass Lough Hyne 1981 zum ersten Meeresschutzgebiet Europas erklärt wurde.

Lough Hyne ist eingebunden in eine traumhaft schöne Landschaft. An drei Seiten steigen Hügel empor, die den See vom Wind abschirmen und beinahe hat man das Gefühl auch vom Rest der Welt. Die Besonderheiten dieses Ortes hatte der irische Dichter Fitz-James O’Brien in einem 1852 veröffentlichen Gedicht (siehe unten) beschrieben, das auch heutzutage noch trefflich umschreibt, wie sich die Gegend um Lough Hyne präsentiert.
Unbedingt zu empfehlen ist eine Wanderung hinauf zum Knockoumah Hill. Der abwechslungsreiche Weg führt durch ein Waldgebiet mit teils knorrigen alten Bäumen. Oben angelangt, überblickt man nicht nur Lough Hyne, auch Baltimore und die Roaringwater Bay sind in der Ferne gut zu erkennen.

Mitten im See liegt die kleine Insel „Castle Island“, auf der die Ruinen von Cloghan Castle zu erkennen sind. Die Festung wurde einst vom O‘Driscoll Clan errichtet, um den Zugang zum Meer zu verteidigen. Einer Legende nach war hier auch die Heimat des Königs Labhra Loingseach, der, so wird berichtet, Eselsohren hatte. Um dieses Geheimnis zu hüten, ließ der König jeden Barbier töten, der seine Arbeit verrichtet und die königlichen Haare geschnitten hatte. Einem Barbier gelang es jedoch noch bevor ihn sein Schicksal ereilte des Königs Geheimnis einem Baum am Ufer des Lough Hynes zuzuflüstern. Als nach einiger Zeit der Baum gefällt wurde, kam zufällig ein Barde des Weges und bat den Holzfäller, ihm ein Stück Holz des Baumes zum Bau einer Harfe zu überlassen. Mit seiner neuen Harfe kam der Barde an den Hof des Königs. Doch als er zu spielen begann, stimmte die Harfe ihre eigene Melodie an und sang „König Labhra Loingseach hat die Ohren eines Esels“. Als die Melodie erklang, stimmten alle Bäume der umliegenden Wälder in den Gesang ein und der König, zutiefst beschämt, floh und wurde nie mehr wieder gesehen.

Lough Ine
A beautiful salt-water lake in the county of Cork, near Baltimore

I know a lake where the cool waves break,
And softly fall on the silver sand –
And no steps intrude on that solitude,
And no voice, save mine, disturbs the strand.

And a mountain bold, like a giant of old
Turned to stone by some magic spell,
Uprears in might his misty height,
And his craggy sides are wooded well.

In the midst doth smile a little Isle,
And its verdure shames the emerald’s green –
On its grassy side, in ruined pride,
A castle of old is darkling seen.

On its lofty crest the wild crane’s nest,
In its halls the sheep good shelter find;
And the ivy shades where a hundred blades
Were hung, when the owner in sleep reclined.

That chieftain of old could he now behold
His lordly tower a shepherd’s pen,
His corpse, long dead, from its narrow bed
Would rise, with anger and shame again.

‘Tis sweet to gaze when the sun‘s bright rays
Are cooling themselves in the trembling wave –
But ‘tis sweeter far when the evening star
Shines like a tear at Friendships grave.

There the hollow shells through their wreathed cells,
Make music on the lonely shore,
As the summer breeze, through the distant trees,
Murmurs in fragrant breathings o’er.

And the sea weed shines, like the hidden mines,
Or the fairy cities beneath the sea;
And the wave-washed stones are bright as the thrones
Of the ancient Kings of Araby.

If it were my lot in that fairy spot
To live for ever, and dream ‚twere mine,
Courts might woo, and kings pursue,
Ere I would leave thee – loved Lough-Ine.

Fitz-James O’Brien 1828 – 1862.

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