Dingle Halbinsel

Grüne Hügel, schroffe Klippen, kleine Buchten und winzige Häfen

Endlose Sandstrände, abenteuerliche Bergpässe, ein Delfin in der Bucht des Hauptortes, Überreste keltischer und frühchristlicher Siedlungen sowie die irische Literatur der Blasket Island – dies sind nur einige der Highlights, die die Dingle Halbinsel in Irlands Südwesten zu bieten hat.

Lange Zeit fristete die Dingle Halbinsel ein Schattendasein neben dem bei Touristen beliebten Ring Of Kerry. Doch heutzutage kann man kaum noch von einem Geheimtipp sprechen, erfreut sich doch auch die 48 km in den Atlantik ragende Halbinsel stetig steigender Beliebtheit.

Erkundet man die Halbinsel von Tralee aus, so führt die N86 direkt zum Hauptort Dingle. Es lohnt sich jedoch bei Camp einen Abstecher zu machen. Denn entlang der Tralee Bay gibt es scheinbar nicht enden wollende Sandstrände zu erkunden. In der Nähe von Castlegregory verbirgt sich im Hinterland ein bislang wenig bekannter Schatz: der Glanteenassig National Park. Auch über diese Nebenstrecke gelangt man nach Dingle. Dazu will jedoch eine der schönsten Passstraßen Irlands, der Connor Pass, überquert werden. Von hier oben genießt man bei klarer Sicht fantastische Ausblicke über steil emporragende Bergrücken und das Meer.

Der Marktort Dingle, Hauptort und Namensgeber der Halbinsel, lädt mit seinen bunten Häuschen und unzähligen Pubs zum Verweilen ein. Zu einem echten Glücksfall für den Ort wurde der Delfin Fungi, der sich 1984 in der weitläufigen Bucht „niedergelassen“ hat und seither zur touristischen Hauptattraktion wurde. Vom Hafen aus starten in den Sommermonaten Ausflugsboote zur Delfinbeobachtung. Die ist allerdings auch vom Land aus gut möglich, nämlich beim Eingang der Bucht am alten Turmhaus Hussey’s Folly. Man kann nur darüber spekulieren warum Fungi die Bucht nicht verlässt und sich wieder seinen Artgenossen anschließt. Definitiv mag er die Gesellschaft von Menschen und dank der zahlreichen Fischschwärme im engen Zugang zur Hafenbucht erhält Fungi seine Mahlzeiten auf dem Silbertablett serviert. Warum also noch jagen? In Dingle erzählt man sich aber auch eine romantische Geschichte, die Fungis Aufenthalt erklärt. So soll er einst mit seiner Partnerin hier angekommen sein, die in Bucht vor Dingle verstarb. Fungi trauerte der Liebe seines Lebens so sehr nach, dass er beschloss, bis zum Ende seiner Tage in dieser Bucht zu bleiben.

Von Dingle aus führt der Slea Head Drive nach Westen in ein Gaeltacht-Gebiet, eine der Regionen Irlands, in denen noch vorwiegend Irisch gesprochen wird. Unzählige prähistorische Siedlungen sind hier im Westen der Halbinsel zu finden. Von Slea Head aus kann man die Blasket Islands erkennen, deren Hauptinsel Great Blasket bis 1953 bewohnt war. Die Insel brachte einige große irische Autoren wie Peig Sayer oder Tomás Ó Criomhthain hervor, die in der Abgeschiedenheit der Blaskets bemerkenswerte Werke über die Lebensweise der Inselbewohner verfassten. Von Dunquin aus fahren Besucherboote zu den Blasket Islands. Hier befindet sich auch das Blasket Visitor Center, eine Ausstellung, die sich den ehemaligen Bewohnern und dem Leben auf den Inseln widmet.

Hier draußen im äußersten Westen offenbart sich ein Landschaftsbild, das man als typisch irisch bezeichnen möchte. Grüne Hügel, schroffe Klippen, kleine Buchten und winzige Häfen. Auch einige bemerkenswerte frühchristliche Bauwerke sind hier, nahe Ballyferriter zu finden: Die Überreste der Mönchssiedlung von Reask und Gallarus Oratory, eine Kapelle mit aussergewöhnlicher Architektur. Ganz in der Nähe befindet sich die geschützte Bucht von Smerwick mit einem weitläufigen Sandstrand.

Apropos Sandstrand, im Süden der Dingle Halbinsel liegt bei Inch einer der beliebtesten Strände Irlands. Über 5 km erstreckt sich dieser herrliche Sandstrand mit seinem Dünenrücken ins Meer.